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Warum fallen meine Haare aus?



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Haarausfall kann zu Körperbildstörungen (Dysmorphobie) führen und sollte unbedingt behandelt werden, da übermäßiger Haarausfall gegebenenfalls zu teilweisem oder kompletten Haarverlust führen kann. Haarpedia klärt zum Thema Haarausfall und Haarverlust auf...


Arten von Haarausfall

Wir unterscheiden im Wesentlichen 4 unterschiedliche Arten von Haarausfall

Vernabender Haarausfall Frontal

Frontal brosierende Alopezie

Kommt es an den Haarwurzeln zu starken Entzündungen, dann können diese so stark beschädigt werden, dass die Haare für immer verloren gehen.
Diese Form des Haarausfalls nennt man „vernarbende“ Alopezie, wobei mit „Vernarbung“ ein bindegewebiger Umbau der Haarwurzel im Sinne einer Fibrose gemeint ist. Die Kopfhaut erscheint in diesen Bereichen dann glänzend und verhärtet.

Für eine vernarbende Alopezie gibt es vielfältige Ursachen und Erkrankungen, die nur der Dermatologie richtig einordnen kann. Die Kopfhaut z. B. gerötet oder mit Pusteln übersät sein, und es kann zur Schuppung und Verhornung kommen. So können die Knötchenflechte (Lichen planopilaris), die Schmetterlingsflechte (Lupus erythematodes) und andere Entzündungserkrankungen der Haut in eine vernarbende Alopezie münden. Selbst bei der Schuppenflechte oder einer Pilzerkrankung kann es zu einer vernarbenden Alopezie kommen. Es ist deshalb sehr wichtig eine adäquate Therapie möglichst früh zu beginnen, um das Ausmaß der Vernarbung gering zu halten.

Ein Haarersatz kann in einem fortgeschrittenen Stadium für die Patienten sehr hilfreich sein.

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Kreisrunder Haarausfall

Alopecia areata

Hierbei handelt es sich um eine vergleichsweise häufige Erkrankung der Haare, die 0,5 % der Bevölkerung betrifft. Nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder können frühzeitig betroffen sein.

Am Kopf kommt es typischerweise anfangs zu kreisrunden Herden, in denen die Haare ausfallen. Später kann der Haarausfall auf den ganzen Kopf übergehen, was zur völligen Kahlköpfigkeit führen kann. Auch die übrigen Haare des Körpers können betroffen sein. Dadurch können Wimpern, Augenbrauen, Barthaare, Achselhaare, Schamhaare und alle sonstigen Haare des Körpers ausfallen. Am meisten stört betroffene Patienten aber meist der Ausfall des Kopfhaare, der Augenbrauen und Wimpern. Mitunter finden sich auch Nagelveränderungen.

Der Verlauf der Erkrankung ist nicht vorhersehbar. In mehr als 50% der Fälle kommt es jedoch innerhalb eines Jahres zu einer Spontanheilung kommen. Rückfälle sind allerdings häufig. Die Ursachen des kreisrunden Haarausfalls sind noch unzureichend verstanden. Die Haarwurzeln werden bei der Erkrankung frühzeitig von Entzündungszellen attackiert. Bei einem Teil der Patienten besteht eine familiäre Häufung und bislang wurden verschiedene Empfänglichkeitsgene entdeckt.

Aufgrund des hohen Leidensdruckes ist eine langfristige Betreuung der Patienten wichtig. Neben entzündungshemmenden Cremes und Lösungen sowie Injektionen mit Kortison spielt die sogenannte topische Immuntherapie immer noch eine wichtige Rolle bei der Therapie von Patienten mit kreisrundem Haarausfall. Neue Therapieansätze gibt es mit zielgerichteten entzündungshemmenden Medikamenten, die aktuell aber noch in Studien getestet werden.

Ein großer Teil der Patienten mit kreisrundem Haarausfall fühlt sich durch die Erkrankung seelisch belastet, da Haare bekanntermaßen ein Symbol für Schönheit, Gesundheit und bei Frauen für Fruchtbarkeit sind. Dadurch kann es bei Patienten mit ausgedehntem Befall zu einem Gefühl von Scham, Minderwertigkeit und sozialer Ausgrenzung kommen. Ein adäquater Haarersatz kann für solche Patienten den Leidensdruck lindern.

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Anlagebedingter Haarausfall

Androgenetische Alopezie

Dies ist eine „Volkskrankheit“ sowohl der Männer als auch der Frauen, obwohl ein Großteil der Männer den Verlust ihres Kopfhaars im Laufe des Lebens nicht als krankhaft empfindet. Bei der überwiegenden Zahl der Männer kommt es aber im Verlauf ihres Lebens zu einer typischen Ausdünnung der Haare, anfangs in den Geheimratsecken, später im zentralen Kopfbereich mit einem möglichen Fortschreiten des Haarverlustes auf den Rest des Kopfes. Bei den Frauen ist die Verteilung des Haarausfalls anders. Meistens tritt im zentralen Kopfbereich (der Tonsur) eine Ausdünnung aus, die fortschreiten kann bis zur völligen Haarlosigkeit in diesem Bereich. Wichtig ist jedoch, dass die Haarwurzeln in Gegensatz zur „vernarbenden“ Alopezie nicht zugrunde gehen, sondern nur in sog. Flaumhaare umgebildet werden. Das Ausmaß des Haarverlustes kann man anhand von Stadien (beim Mann nach Hamilton, bei der Frau nach Ludwig) klassifizieren. Manche Frauen erleben ein Spannungsgefühl auf dem Kopf. Im Gegensatz zur vernarbenden Alopezie sieht man allerdings keine Entzündungs-zeichen wie Rötung, Pusteln, Schuppen oder Verhornung.

Genetische Ursachen sind für den anlagenbedingten Haarausfall entscheidend, wobei eine Vielzahl von Genen beteiligt ist. In seltenen Fällen ist der anlagenbedingte Haarausfall bei Frauen durch ein Überangebot an männlichen Sexualhormonen (Testosteron) bedingt. Diese Patienten haben dann noch andere Symptome wie einen verstärkten Bartwuchs, eine fettige Haut oder Unregelmäßigkeiten der Monatsblutung. Meist findet man im Blut der betroffenen Frauen mit androgenetische Alopezie allerdings nichts Krankhaftes.

Es gibt sowohl für Frauen als auch für Männer die Möglichkeit den anlagebedingten Haarausfall mit Minoxidil-Lösung oder -Schaum zu behandeln. Bei Männern ist im Frühstadium auch Einnahme von Finasterid, das in den Androgenstoffwechsel eingreift, eine wirksame Therapie. Nachteil beider Therapie: sie wirken nur solange, sie genommen werden.

Während bei Männern auch eine fortgeschrittene anlagenbedingte Alopezie allgemein akzeptiert wird, bedeutet bereits ein vergleichbar geringer Haarverlust gerade für junge Frauen oft ein großes seelisches Problem. Neben der ärztlichen Begleitung können hier Haarverdichtungen und auch ein guter Haarersatz eine wichtige Stütze der Behandlung sein.

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Nach Chemotherapie oder Bestrahlung

Bestrahlung des Kopfes mit ionisierenden Strahlen bei Tumoren des Kopfes und auch die Chemotherapie, z. B. bei Patienten mit Brustkrebs, können zu einem dauerhaften Haarausfall führen. In Einzelfällen lässt sich bei einer Chemotherapie nicht vorhersagen, ob die Haarwurzeln eines Patienten dauerhaft geschädigt werden, aber die Sorge um einen drohenden Haarverlust wird als einer der stärksten Stressoren bei Frauen empfunden.

Die Haarwuzeln sind komplizierte Zell-Fabriken, die sich ständig erneuern. Daher sind sie sowohl gegenüber Bestrahlung als auch Chemotherapie besonders empfänglich.

Leider gibt es bislang weder eine gesicherte Vorbeugung noch eine wirksame Therapie bei Haarausfall im Rahmen einer Bestrahlung oder Chemotherapie. Wenn die Haare nicht innerhalb eines Jahres wieder wachsen, sind die Haarwurzeln und damit die Stammzellen dauerhaft geschädigt.

Um den seelischen Druck der Betroffenen zu lindern, sind dann Haarersatzteile die einzige Möglichkeit.

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